Donnerstag, 28. Februar 2008

Jesus und Coca-Cola

Das hier ist John Stith Pemberton, der Mann der 1886 Coca-Cola erfunden hat:


Ist es nicht erstaunlich, dass...
... 97% der Weltbevölkerung den Namen "Coca-Cola" bereits gehört haben.
... 72% der Weltbevölkerung schon mal eine Coca-Cola-Dose gesehen haben.
... 51% der Weltbevölkerung schon mal Coca-Cola probiert haben.
Und das obwohl Coca-Cola erst seit 122 Jahren existiert.

Das Christentum gibt es nun fast seit 20 Jahrhunderten. Und man geht davon aus, dass...
... 1/3 der Weltbevölkerung den Namen "Jesus" noch nie gehört haben.
... 1/3 der Weltbevölkerung Christen sind.

Das Christentum gibt es 20x so lange wie Coca-Cola und trotzdem ist Coca-Cola weiter verbreitet als die Botschaft von Jesus. Liegt es daran, dass Coca-Cola verstanden hat, dass ihr "Produkt" für alle ist, während wir Christen (bewusst oder unbewusst) unser "Produkt" nur einer ganz bestimmte "Zielgruppe" - den Guten - nahebringen wollen.



Wenn Cola es schafft, die ganze Welt zur "Coke-Side of Life" einzuladen, dann sollten wir Christen es doch auch schaffen, die ganze Welt zur "Jesus-Side of Life" einzuladen. Wie schaffen wir das? So manches können wir uns ja bei Coca-Cola abschauen:



Die neue Cola-Ideologie beschreibt Marc Mathieu von der Coca-Cola Company so: "Wir leben in einer Welt, in der wir jeden Tag Entscheidungen treffen müssen. Die "Coke-Side of Life" soll die Menschen ermutigen positive Entscheidungen zu treffen. Diese neue Kampagne lädt die Menschen ein ihre eigene positive Realität zu erschaffen, spontan zu sein, dem Herzen zu folgen und in bunten Farben zu leben. Das Leben schmeckt besser mit Coca-Cola."



Liebe Christen, die klauen uns den Auftrag!

_

Freitag, 22. Februar 2008

Dave empfiehlt: For The Bible Tells Me So

Um den letzten Blogeintrag zum Thema Homosexualität mal weiterzuführen, möchte ich Daniel Karslake's Dokumentation "For the Bible tells me so" (2007) empfehlen.



Der Film möchte hinterfragen und erzählt die Geschichten von fünf Familien in den USA, deren Bibelverständnis auf den Prüfstein gelegt wurde als ein Familienmitglied bekannte homosexuell zu sein. Was den Film so stark macht ist, dass die Beteiligten selber erzählen und dass das Gesagte vom Sprecher meist unkommentiert bleibt. Dazu gibt es Interviews mit christlichen Denkern wie Bischof Desmond Tutu aus Südafrika oder Rev. Peter Gomes von der Havard Universität.

Hier der Trailer:


Ich würde bei weitem nicht alles unterschreiben wollen, was der Film aussagen möchte. Und natürlich ist es ein Film, der im amerikanischen Kontext zu Hause ist. Trotzdem ist es gesund selber mal nachzudenken und zu hinterfragen, denn so arg anders ist es ja bei uns auch nicht, wie die Christival-Debatte zeigt. Eins macht der Film sehr deutlich: Die Homophobie unter den Evangelikalen, die Feindseligkeit Schwulen und Lesben gegenüber, ist zerstörend und vernichtend und alles andere als christlich.

Wer den DivX Webplayer installiert hat, kann den Film hier anschauen.

Daniel Karslake erzählt in einem Interview: "Nach der Filmvorführung auf dem Sundance Film Festival kam eine Frau zu mir und sagte mir: 'Ich bin eine wiedergeborene Christin!' Ich dachte schon, so, jetzt geht's wieder los... Doch sie sagte mir: 'Ich wollte mich bei Ihnen bedanken, dass Sie die Welt daran erinnern, was die eigentliche Botschaft von Jesus ist.'"

Und dann sagt Karslake einen Schlüsselsatz: "The church should be about bringing people together, not pushing people away." ("Die Kirchen sollten Menschen zusammenbringen, und nicht Menschen wegschupsen.")

Aber schau es Dir selber an und denk selber mal drüber nach... :)

_

Der Homo am Straßenrand...

Wer zur Zeit ein bisschen verfolgt wie sich die Christen und die Grünen zoffen, der mag denken, was ist denn nun schon wieder passiert? Auslöser für die Debatte ist das Christival, das Anfang Mai in Bremen stattfinden wird. Dort sollte ein Seminar zum Thema "Homosexualität verstehen – Chance zur Veränderung" stattfinden, was zugegebenermaßen bei einer Veranstaltung in dieser Größenordnung vielleicht wirklich etwas deplaziert ist (dafür lassen sich ja genügend andere Foren finden). Volker Beck, erster parlamentarischer Geschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag hat dann im Januar das Christival kritisiert, dass solch ein Seminar dort angeboten wird.

Die Christivalmacher strichen daraufhin das Seminar - nicht weil sie der Politik nachgeben wollten, sondern um zu vermeiden, dass es beim Christival um eine ethisch-moralische Frage geht. Jetzt gab Volker Beck in der Berliner Zeitung taz ein Interview, in dem er nochmal nachlegt. Daraufhin schrieb Hartmut Steeb von der evangelischen Allianz einen Brief an Beck, der sich wiederum in einer Email an Steeb wehrte. Kurzum, man redet im Kreis rum und man fragt sich, wie man dort hingekommen ist.

Da die ersten Christen jetzt schon wieder protestmarschieren - "Hängt die Grünen solange es noch Bäume gibt!" - dachte ich, wird Zeit mal wieder zu bloggen - ha! Und so schreib ich jetzt mal meine Gedanken auf, mit denen ich so zu kämpfen habe. Schon seit einiger Zeit gehen mir diverse Fragen durch den Kopf und die Tatsache, dass ich darauf keine leichten Antworten finde, verdeutlicht nur wie komplex das ganze Thema eigentlich ist, gerade für uns Konsis, die ganz gerne an dem traditionellen christlichen Verständnis festhalten, dass homosexuelles Handeln gegen Gottes Willen ist. Hier sind einige der Fragen, die mich immer wieder beschäftigt haben:

- Gibt es Stellen in der Bibel in denen es um eine gegenseitig liebende Homo-Beziehung in Verbindlichkeit und Treue geht?

- In der Geschichte der Christenheit gab es immer wieder welche die aus "christlicher Überzeugung" für Dinge wie Sklaverei, Kreuzzüge, Unterordnung der Frau etc gekämpft haben - kann es sein, dass wir an diesem Punkt genauso falsch liegen, wie unsere Glaubensgeschwister aus den anderen Jahrhunderten an anderen Punkten falsch lagen? Und wenn es möglich ist, dass wir vielleicht doch daneben liegen, sollten wir dann nicht viel vorsichtiger mit dem ganzen Thema umgehen?

- Wie predigt man denn, dass Homosexualität gegen den Willen Gottes ist, ohne jetzt die Psyche und den Glauben von den Vielen zu schädigen, die wirklich damit kämpfen und ihre Sexualität hinterfragen?

- Wie kann man einem Homosexuellen erklären, dass Gott sie unendlich liebt und dass er Ihn auch anbeten darf? Wie soll das denn einer begreifen, wenn man ihm die Liebe verbietet?

Puh, gut, dass das alles im Internet ist, sonst hätte jetzt schon so manch einer den ersten Stein gehoben und auf mich abgefeuert, oder? Ich bin ganz ehrlich und sag, dass ich mit den Antworten auf diese Fragen wirklich ringe. So einfach, so schwarz-weiß ist es nämlich leider nicht. Und dadurch, dass es soviel potenzielle Streitereien um dieses Thema gibt und sich daran wirklich die Geister (der Christen) scheiden, möchte ich eine ganz simple Frage stellen: Gibt es für uns alle einen gemeinsamen Ausgangspunkt, an dem wir ansetzen könnten?

Ich denke, den gibt es, und es ist eins der Fundamente von Jesu Lehre. Als er gefragt wurde, was denn das wichtigste Gebot sei, da antwortete er, "'Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben, von ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken!' Das ist das erste und wichtigste Gebot. Ein weiteres ist genauso wichtig: 'Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.'" (Matthäus 22,37-39). Wenn wir uns alle sonst uneins sind, darin sollten wir uns einig sein - wir sollen die Homosexuellen lieben wie uns selbst. Ob du nun für die Homoehe bist oder dagegen; ob du dafür bist, dass ein Homosexueller Bischof wird oder dagegen... darin sind wir uns hoffentlich einig - Liebe. Johannes schreibt: "Wer nicht liebt, kennt Gott nicht; denn Gott ist Liebe." (1 Johannes 4,8).

Jetzt mögen manche schon wieder Steine werfen wollen, weil ich jetzt wie so ein sozialer Hippie rüberkomme. Aber lasst uns das mal fertig denken. Jesus wurde dann nämlich gefragt, "Und wer ist denn mein Nächster?" (Lukas 10,29). Und Jesus erzählt dann die bekannte Geschichte vom barmherzigen Samariter.



Ich war und bin nicht schwul, deshalb hab ich hier nicht soviel Autorität sowas zu sagen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass viele Homosexuelle verletzt worden sind. Von wem? Na, überleg mal... Den Steinwerfern, uns Christen!!!

Die Frage für uns ist eigentlich: Wie kann die Gemeinde Gottes ein barmherziger Samariter für die Homosexuellen sein? Kriegen wir das hin? Oder können wir wirklich nur die lieben, die so sind wie wir? Man muss doch nicht mit jemand einverstanden sein, um ihn zu lieben, oder? Liebe ist nicht etwas, was man fühlt, sondern was man tut. Und ich denke, wir Christen, v.a. wir Evangelikalen, haben Jesus in diesem Punkt nicht gut reflektiert. Wir sind so gut geworden darin, den Leuten vorzupredigen wogegen wir sind. Zeigefinger raus und los. Hat Jesus das gemacht? Jesus war immer für die Leute, für Barmherzigkeit, für Gerechtigkeit...

Christivalseminar hin oder her, lasst uns barmherzige Samariter sein und nicht die Religiösen die an den Niedergetrammpelten vorbei laufen. Unsere Hauptsorge sollte sein, ob die Homosexuellen denn wissen, wie unendlich Jesus sie lieb hat. Unsere Sorge sollte sein, ob wir als Gemeinde Gottes und Leib Christi hier auf Erden diese radikale, verändernde, bedingungslose Liebe Gottes kommunizieren, repräsentieren und weitergeben.

_

Dienstag, 5. Februar 2008

Die Geringsten.

Letzten Sonntag predigte mein Bruder Johannes im Jesustreff Stuttgart über die Verantwortung der Christen in der Welt. Wieso sind wir Christen oft nicht mehr als Geldgeber und die Hilfsorganisationen dürfen den ganzen Spaß haben? Wir sind Berufene, berufen selbst zu gehen, berufen Jesus in der Welt zu reflektieren... Seine Predigt (wirklich hörenswert) kannst du dir hier anhören:

Bono_und_der_Löwe.mp3

Passend dazu ein wunderbares Lied von Shaun Groves mit ein paar Bildern zusammengestellt von Heidi.



"Immer, wenn ihr was für Leute getan habt, die ganz unten waren, die Fertigen und Kaputten, dann habt ihr das im Grunde für mich getan." Jesus (Matthäus 25,40, Volxbibel)

_

Freitag, 1. Februar 2008

Dave empfiehlt: The P.E.A.C.E. Plan

Wird Zeit, dass ich hier wieder mal was reinschreibe. Es war viel los in letzter Zeit, ich war unterwegs und im Dienst... (so muss des sein!). Heut möchte ich eine Initiative vorstellen, empfehlen, verbreiten.

Rick Warren ist ja vielen bekannt als Autor von Leben mit Vision und als Pastor der Saddleback Valley Community Church in Kalifornien. Die letzten Jahre trat er auch immer mehr als globaler Stratege zum Vorschein: "Acts of Mercy" ist ein Werk, dass sich um AIDS Kranke kümmert. "Equipping the Church" ist eine Pastorenschule für Gemeindeleiter in Entwicklungsländern.



Sein neuestes Projekt, der P.E.A.C.E. Plan, finde ich sehr bemerkenswert: Es geht darum die Christen in dieser Welt in Bewegung zu setzen. Wir haben eine Verantwortung um uns um den Rest der Welt zu kümmern.

Warren nennt die 5 großen Probleme, die im Moment die Welt beherrschen:
- geistliche Leerheit
- korrupte Politiker
- Armut
- Krankheiten
- Analphabetismus

Es gibt nicht genug Ärzte, die diese Probleme lösen könnten.
Es gibt nicht genug Lehrer, die diese Probleme lösen könnten.
Es gibt nicht genug Missionare, die diese Probleme lösen könnten.

Aber es gibt eine ganze Armee, die die Welt in und aus ihrem Leid helfen kann: die Gläubigen, die Christen, die Nachfolger des Auferstandenen, der Leib Christi. Die Menschen, die Sonntag für Sonntag in den Kirchen hocken um unterhalten zu werden. Wir müssen aufwachen! Nicht Zuschauer, sondern Mitmacher sein. Nicht Publikum sondern Streitmacht sein. Nicht Konsumenten sondern Produzenten sein.

Rick Warren schlägt folgenden Weg vor, um den Problemen in der Welt zu begegnen:
P lant churches - Gemeinden gründen
E quip leaders - Leiter ausbilden
A ssist the poor - den Armen helfen
C are for the sick - die Kranken versorgen
E ducate the next generation - die nächste Generation unterrichten

Das Ziel von P.E.A.C.E. Plan ist die Christen zu mobilisieren, aufzuwecken und weltweit miteinander zu vernetzen.

Wie würde die Welt wohl aussehen, wenn die Christen sich mal in Bewegung setzen würden. Wenn nicht wir, wer dann? Wenn nicht jetzt, wann dann?

Und hier ein Videoclip, der gar nichts mit Rick Warren oder dem P.E.A.C.E. Plan zu tun hat, aber dennoch deutlich macht, wie es ist, wenn sich eine Gruppe von Menschen nicht bewegt:



:)