Freitag, 11. Januar 2008

Honig

In letzter Zeit mache ich mir immer wieder Gedanken über die Worte von Jesus aus Johannes 15,12-14: "Ich gebiete euch, einander genauso zu lieben, wie ich euch liebe. Die größte Liebe beweist der, der sein Leben für die Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage."

Ich find das ein Hammerauftrag und ziemlich schwer. Wie kann ich denn andere so lieben, wie Jesus uns geliebt hat? Scheint mir schier unmöglich. Dennoch ist es das, was Jesus von uns, der Gemeinde möchte. Und ich brauch nicht lange über mich selbst nachzudenken, bis ich feststelle, dass ich nicht wirklich ein liebender Mensch bin. Und für mich ist die Gemeinde oft alles andere als liebenswert, und von den Sündern in der Welt fang ich gar nicht erst an.

Uups! Da stimmt aber was bei mir nicht. Im letzten Post "unchristlich" habe ich das auch schon geschrieben: Jesus liebt alle Menschen, wir Christen tun das nicht. Und ich denke, es fällt uns häufig schwer unsere geistlichen Geschwister zu lieben, die Leute in der Gemeinde. Geht es dir auch so? Also, ich kann mich so über andere ärgern und mich aufregen. Von Liebe keine Spur. Und dann fang ich an mich zu isolieren und mein eigenes Ding zu machen nach dem Motto "Jesus und ich - ein starkes Team"... Aber das ist ungesund und nicht das was Jesus im Sinn hatte.

Heute bin ich über ein wunderbares Bild gestolpert. Die Gemeinde als Honigwabe.



Biounterricht, Flashback: Eine Honigwabe hat ein sechs-eckiges Muster und jede Wabe hat direkten Kontakt zu sechs anderen Waben. Ein Bienenstaat besteht ja aus hunderten solcher Waben, alle miteinander verbunden. Wenn eine Wabe beschädigt ist hat das Auswirkungen auf die anderen sechs drumrum.

So sollte Gemeinde sein: Jeder ist individuell was besonderes und notwendig in der Gemeinde. Aber keiner ist besser als die anderen. Jeder ist vom anderen abhängig, weil alle miteinander verbunden sind. Wenn einer lacht, dann sollten alle Waben drumrum spüren wie die Wände wackeln. Wenn einer weint, dann sollten alle Waben drumrum nass werden.

Ich glaube, das ist es. Einheit und Liebe in der Gemeinde. Paulus schreibt: "Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden." (Römer 12,15).

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Samstag, 5. Januar 2008

Unchristlich.

Tag zusammen, hoffe alle sind im Jahr 2008 angekommen!?

In den USA macht gerade ein Buch mit dem Titel unchristian auf sich aufmerksam. David Kinnaman ist Vorsitzender des Barna Instituts, eine Einrichtung die Gemeinde- und Gesellschaftstrends erforscht und Statitisken erstellt. Zusammen mit Gabe Lyons schrieb Kinnaman nun dieses Buch, in dem es darum geht wie die junge Generation von heute, also die Menschen im Alter von 16-29 Jahren, die Christenheit betrachtet.



Außerdem wirken bei diesem Buch schlaue Köpfe wie Andy Stanley, Chuck Colson, Jim Wallis, Louie Giglio, Sarah Cunningham, Andy Crouch, Rick Warren und Brian McLaren mit - falls diese Namen jemanden etwas sagen... Gabe Lyons war im Dezember auf CNN um das Buch vorzustellen:



Ich empfinde das ziemlich erschreckend: 90% der Befragten sehen Christen als Gegner der Homosexualität, 87% sagten, dass Christen verurteilend sind, 85% meinten, Christen seien scheinheilig und 75% finden, dass sich die Christen zu sehr in die Politik mit einmischen. Puh! Kinnaman und Lyons haben festgestellt, dass die Gemeinde Jesu (und damit Er selbst) ein unglaubliches Imageproblem haben. Sicher, das Buch basiert auf eine amerikanische Studie, aber ich denke, das wird hier in Westeuropa nicht viel anders sein.

Da mag es jetzt welche geben, die sagen: "Natürlich sind wir gegen die Sünde und deshalb auch gegen Homosexualität." Und natürlich sollten wir uns auch in die Politik mit einmischen." Das mag richtig sein. Die Frage ist aber vielmehr, ob das wirklich die Hauptsache ist. Die Christen in der Welt sind bekannt dafür, dass sie dagegen sind, und nicht dass sie dafür sind. Damit meine ich, dass die Leute ganz genau wissen, was wir Christen alles ablehnen und nicht tolerieren. Das haben wir allen so deutlich gemacht - mit soviel Energie, Kraft und Einsatz - dass die Menschen nun nicht mehr wissen, wofür wir eigentlich sind.

Zeit umzudenken. Hier ein Interview mit David Kinnaman:



Jesus liebt alle Menschen, wir Christen tun das nicht. Oder provozierender formuliert: Wir Christen sind im Grunde ziemlich un-christlich.

Das Buch will auch neue Wege aufzeigen, wie wir Christen ein "positiver Duft" in der Gesellschaft sein können.

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