Samstag, 29. Dezember 2007

Die Bibel leben

Neulich saß ich mit meinem lieben Schwager im Auto und wir unterhielten uns über Gemeinde, Bibelschule usw... Er meinte dann, dass es doch so gut ist, dass wir die Bibel haben, weil das Wort uns ja alles aufzeigt und alles lehrt, was wir brauchen. Und da hat er ja sicher recht. Die Bibel ist ein Hammergeschenk, und wir nehmen sie oft viel zu selbstverständlich hin.

Aber ich vermute mal, dass ich nicht der Einzige bin, dem es schwer fällt, das zu leben, was in der Bibel steht. Ich meine, das ist ja doch die Herausforderung. Nicht so sehr das Bibel lesen, sondern das zu leben was man liest. Es ist doch recht leicht einen Vers wie Apostelgeschichte 20,35 ("Geben ist seliger als nehmen.") auswendig zu lernen, aber es ist S-A-U-schwer das dann auch in der Alltagsrealität zu leben. Darum möchte ich mal die folgende These aufstellen:

Wir Christen müssen nicht noch mehr über Gott lernen, sondern wir müssen anfangen, das zu leben, was wir schon gelernt haben.

Aber das ist halt schwer. Man liest die Bibel und dann muss man sich nicht nur überlegen, wie man das Gelesene leben kann, sondern auch, ob das Gelesene eigentlich mich im 21. Jahrhundert betrifft. Such dir ein beliebiges Kapitel im 3. Mose aus, und versuche das zu leben, was du liest... du wirst total durcheinander kommen: Ein Mann darf sich die Haare an den Seiten nicht abschneiden und sich nicht rasieren (3. Mose 19,27) und man darf auch kein Bacon frühstücken (3. Mose 11,7)? Und die Ehebrecher sollen wir steinigen (3. Mose 20,10)? Im Ernst?? Wie soll ich denn da wissen, welches Gebot für mich gilt und welches nicht???

Der New Yorker Journalist und Autor A.J. Jacobs hat ein Experiment gestartet: Wie ist es eigentlich, wenn man allem, was die Bibel sagt, wortwörtlich folgt? Er schrieb ein Buch (The Year of Living Biblically), in dem er aufschrieb, wie es für ihn war allen Gesetzen und Regeln der Bibel zu folgen. So hatte er nur weiße Klamotten an ("Als ob ich immer mein Outfit für das Wimbledon-Halbfinale oder eine P. Diddy-Party anhatte"), er aß Grillen ("Ich hab mich für die mit Schokolade entschieden, die waren crunchy.") und er trug einen Mantel und Sandalen ("Die Reaktionen der Leute waren verschieden: Manche hoben ihre Augenbrauen, andere wechselten die Straßenseite, wieder andere dachten, ich wäre eine Touristenattraktion und sie machten Fotos von mir.")


(A.J. Jacobs Tag 356 (links) und Tag 1 (rechts))

Manches war wirklich von Vorteil - den Sabbat einhalten, allezeit dankbar sein, nicht fluchen, nicht tratschen etc. All das half ihm ein besserer Mensch zu werden ("Das Verhalten formt die Überzeugung. Wenn man sich wie ein guter Mensch benimmt, wird man letztendlich ein besserer Mensch"). Aber manches war sehr schwierig - 3. Mose 15,20 verbietet es dem Mann sich auf einen Stuhl zu setzen oder auf ein Bett zu legen, auf dem eine Frau saß oder lag, die gerade ihre Tage hat. Jacobs schreibt: "Meine Frau sagte mir, sie fühle sich wie eine Aussätzige. Um sich bei mir zu rächen, setzte sie sich auf jeden Stuhl in unserem Haus. So konnte ich mich nur auf den Boden setzen oder ich musste stehen." Der Vers "Seid fruchtbar und mehret euch" (1. Mose 1,22) wurde übrigens auch umgesetzt: Seine Frau bekam Zwillinge!


(A.J. Jacobs in Manhatten)

Find ich soweit eigentlich ganz witzig. Aber es stellt sich auch die Frage, warum wir nun eigentlich die Bibel lesen sollten. Wozu? Um alle Gebote und Regeln zu lernen und sie dann so gut wir möglich zu befolgen? Nein.

Die gute Nachricht von Jesus dreht sich nicht um das Gesetz, sondern um den Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist es, der jedem Jesusnachfolger lehrt und zeigt, was es heißt Jesus nachzufolgen (Johannes 14).
Die gute Nachricht von Jesus ist der neue Bund der von den Propheten vorausgesagt wurde: "Der neue Bund, den ich dann mit dem Volk Israel schließen will, wird völlig anders sein: Ich werde ihnen mein Gesetz nicht auf Steintafeln, sondern in Herz und Gewissen schreiben. Ich werde ihr Gott sein und sie werden mein Volk sein«, sagt der Herr." (Jeremia 31,33).
In diesem neuen Bund geht es nicht darum, aufgeschriebenen Gesetzen zu folgen, sondern das was Gott auf dem Herzen liegt im eigenen Herzen zu tragen - durch den Heiligen Geist, der uns lebt und wirkt.

Wenn wir die Bibel lesen, dann dürfen wir auf diesen Heiligen Geist hören, der uns hilft Gott zu erkennen und uns zeigt, wie wir das was wir lesen in unserem Leben umsetzen können, so dass wir letztendlich Jesus ähnlicher werden. Das wünsche ich Dir für 2008: Mögen die Früchte des Geistes, die Jesuseigenschaften, aus Galater 5,22-23 in Dir wachsen und gedeihen, so dass du Jesus immer ähnlicher wirst!

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Dienstag, 18. Dezember 2007

Der Fussballlobpreiser

Der brasilianische Fussballer Ricardo Izecson dos Santos Leite, kurz Kaka, vom AC Mailand ist gestern abend zum Weltfussballer des Jahres 2007 gewählt worden. Mit 444 Punkten setzte er sich klar vor Mitfavorit Cristiano Ronaldo (277 Punkte / 2. Rang). Das hat mich sehr gefreut, nicht nur weil er einfach ein guter Fussballer ist, sondern weil er mich durch seine öffentlichen Glaubensbekenntnisse beeindruckt. Er ist ein Lobpreiser auf dem Platz.



Kaka ist in einer evangelikalen Familie in Sao Paulo aufgewachsen. Er sagt von sich selbst, er sei "in der Gegenwart des Herrn aufgewachsen". 1994 ließ er sich taufen und seitdem sei seine Beziehung zu Gott näher, wie die von einem Vater zu seinem Sohn.

In einem Interview habe ich gelesen, dass im er im Jahr 2000 einen Unfall in einem Swimmingpool hatte, wo er mit dem Kopf auf einen Stein aufschlug. Die Ärzte halten es heute noch für ein Wunder, dass er überhaupt normal laufen kann. Seitdem zeigt Kaka bei jedem Torjubel mit beiden Händen nach oben zu seinem Herrn; seine "Ich gehör zu Jesus"-Shirts sind mittlerweile legendär und in Interviews sagt Kaka, dass Jesus der einzige Weg zum Leben ist und dass er uns seine Freundin mit dem Sex bis zur Ehe gewartet haben. Kaka will Gott die Ehre geben. Ist das nicht herrlich? Statt Sportinvalide ist er nun Weltfussballer des Jahres!

Freitag, 7. Dezember 2007

In Unterhosen in die Gemeinde?

Wie im letzten Post geschrieben, gibt es sicherlich einige Gemeinden, die sich noch darüber streiten, ob Schlagzeug oder E-Gitarre in den Gottesdienst passt. In anderen Gemeinden, denkt man immer noch, dass es eine Sünde ist mit Jeans zum Gottesdienst zu kommen. Und dann gibt es Gemeinden, die sind bereit, jemanden auf den Mond zu schicken oder Bibel-zitierende iPhones zu verschenken, wenn dadurch mehr Menschen zu Jesus finden.

Für diesen Blog setzt du dich wohl besser hin...

Vielleicht hast du ja schon von der virtuellen Internet-Welt "Second Life" gehört. Es ist ein ziemlich neues und unglaublich schnell wachsendes Phänomen, dass einem im Grunde erlaubt ein "Avartar", eine virtuelle Person, zu erschaffen, die man dann in der virtuellen Welt "lebt". Diese Avartars knüpfen dann gegenseitig soziale Kontakte. Man kommuniziert per Chatroom und man bewegt sich entweder zu Fuß, oder im Auto, per Flugzeug oder per Teleport (ja, Teleport!). Man kann echtes Geld aus der echten Welt in "Linden Dollars" umtauschen und dann kann man damit in der virtuellen Welt von echten profittragenden Firmen, Immobilien etc kaufen. So gibt es bereits Leute (also echte jetzt) die durch "Second World" steinreich geworden sind. Und dementsprechend gibt es Leute, die durch "Second World" ihr Vermögen verloren haben...

Wenn du jemand bist, der noch nicht ganz weiß, wie die Fernbedienung funktioniert, liest du den letzten Absatz vielleicht nochmal ganz langsam durch. Ist kein Scherz! Das gibt's wirklich!!



Bei alle dem stellt sich die Frage: Wenn Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt sandte, damit alle, die an ihn glauben nicht verloren gehen, meint das dann auch die Avartas? Und wird der Tag kommen, wenn unsere Gemeinden Avatarmissionare aussenden, die unter den Avatars leben und missionieren? Jesus wurde zu Fleisch und wohnte unter uns. Ist es da zuviel verlangt, wenn sich einer erbarmt und virtuell wird um unter den Avartars zu leben?

Wie ich in der Einleitung erwähnte, gibt es sicher noch Gemeinden, die haben eine elektrische Schreibmaschine und einen Tageslichtprojektor und denken dann sie seien "High Tech". Und dann gibt es Gemeinden wie die "Life Church" in Oklahoma, die ihre Gottesdienste, ähnlich wie ProChrist, per Satellit an verschiedene Orte übertragen. Seit gut einem halben Jahr gibt es eine Life Church Gemeinde in "Second Life". Kein Scherz! Die haben in der virtuellen Welt eine Insel gekauft (eine Insel kostet zwischen 5 und 295 US Dollar im Monat) und haben auf diese Insel ein Gemeindezentrum gebaut (alles virtuell, versteht sich) um die Menschen zu erreichen, die eher in eine virtuelle Kirche gehen, als in eine wirkliche.

Es sind diese Momente, in denen wir alle irgendwie denken: "Langsamer, langsamer! Die Welt dreht sich zu schnell!" Oder?


Oben: Das virtuelle Gemeindezentrum.
Unten: Die Predigt.




Der erste Gottesdienst war der Ostergottesdienst 2007. Im Gottesdienst saßen Satanisten, Jesusfans und einige "Second Life"-Promis (wasauchimmer das heißt).







Bin ich der einzige oder ist das total verrückt? Also, mich haut das um! Mich würde sehr interessieren, was du davon hältst. Die Life Church ist in dieser Hinsicht besonders und extrem, weil sie die Menschen erreichen wollen, die eher einen virtuellen Gottesdienst besuchen, als einen echten. Und ihnen ist auch ganz wichtig, dass es nicht die Avatars selbst sind, die sie erreichen wollen, sondern die echten Menschen, die sich hinter den Avatars verbergen und verstecken.

Aber das ist schon ein bisschen schräg, oder?

Ich meine, die feiern Gottesdienste mit unechten Leuten! Wenn die einen Aufruf machen und ein Avartar kommt nach vorne, was heißt das dann??? In meiner Ausbildung habe ich da drüber nichts in den Theologiebüchern gelesen und das Wort "Avartar" ist in meiner Konkordanz auch nicht drin. Aber die Leute von Life Church wissen, dass hinter den unechten Menschen echte Menschen sind, Menschen die vielleicht auf keinem anderen Weg erreicht werden können außer durch "Second Life". Und während ich hier sitze und immer noch den Kopf schüttel, muss ich doch auch den Mut anerkennen, den Life Church gezeigt hat, weil sie dorthin gegangen sind, wo vorher noch keine Gemeinde hingegangen ist.

Möge uns diese ganze Geschichte ein wenig inspirieren unseren Horizont zu erweitern wenn wir die Menschen mit Jesus in Verbindung bringen wollen. Wenn du dazu irgendwelche spontanen Gedanken oder Kommentare hast, dann schreib ein Kommentar. Mich würde wirklich interessieren, was du davon hältst!!

Zum Abschluß - und nicht ganz ernst zu nehmend - zwei Verse aus der "Second Life Bibel", die sicher auch irgendwann kommen wird... :)
Galater 3, 28: Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mensch noch Avartar; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.
Johannes 6,19-20: Als sie nun etwa eine Stunde gerudert hatten, sahen sie Jesus auf dem See gehen und nahe an das Boot kommen; und Petrus sagte: "Na und? Ich kann mich teleportieren."

Dienstag, 4. Dezember 2007

Noch ein Lied?

Letzten Sonntag ging ich in die Gemeinde und traf beim Reinkommen auf eine ältere Dame, die sich furchtbar aufregte und verletzt war, weil die Gemeinde nur noch neue Lieder singt und nicht mehr "die Schönen aus dem Büchle". Hat mir sehr leid getan, dass die gute Dame mit dem neuen Liedgut nicht viel anfangen kann. Aber in der Gemeinde hat man eben auf das neuere Liedgut gesetzt, weil das vom Stil her besser ankommt. Das hat mich zum Nachdenken gebracht.

Seit einigen Jahren schon bin ich jetzt bei verschieden Projekten dabei und leite Anbetungszeiten usw... Und schon öfters haben Leute mir erzählt wie stolz sie sind, dass wir alle Teil der Anbetungs-Generation sind, die die Gott singen und ihn verehren. "The Modern Worship Movement" - moderne Anbetung - darauf sind wir stolz. Wir haben frische, neue Lieder, die die Gemeinden aufwecken und relevant sind für unsere Gesellschaft. Schön und gut.

Aber dann dachte ich: Modern? Modern für wen denn? Sitzt Gott, der Ewige, der Zeitlose, etwa auf dem Thron und hört sich unsere Lieder an und sagt: "Wow, das ist ja endlich mal was Neues, was Frisches!"??? Ich hab das Gefühl wir kommen manchmal zu Gott mit der Haltung "Hey, Gott und ihr alle da oben. Haltet euch fest. Wir haben wieder was Neues. Hier Hillsong United, oder Chris Tomlin. Das wird euch umhauen." Und im Himmel machen sie nur: "Pff, das haben wir doch schon vor 8 Ewigkeiten gesungen!". Moderne Anbetung also!? Und jetzt Postmoderne Anbetung? Und Emerging Worship? Für Gott ist das doch alles alter Käse.

Kann es sein, dass wir uns alle täuschen? Dass wir so richtig extrem am Wesentlichen, an der Anbetung, vorbeirutschen? Die Gemeinden sitzten derzeit auf einem Trend, der sagt, dass Gott mehr Lieder von uns möchte. Und das ist so gefährlich! Weil dann denken wir Lobreis und Anbetung = Musik. Und dann dauert es nicht mehr lang und es dreht sich alles nur noch um die Musik, um die Lieder, um die Powerpoint, um die Lautstärke, um die Hände in der Luft, um die Emotion... Dann streiten wir uns um Stilfragen und kämpfen mit im Worship War... Dann geht es um Konsum. Und dann kann es am Ende gut sein, dass unser Vermächtnis eben nicht ist, dass wir die große Anbetungsgeneration waren, sondern dass wir die Generation waren, die mehr Anbetungslieder geschrieben, gesungen und konsumiert hat als jemals eine Generation in der Geschichte der Gemeinde Gottes zuvor. Ist das das Vermächtnis, dass wir hier hinterlassen wollen?

Oder wollen wir von uns sagen können: "Wir haben Gott mit unseren Leben verherrlicht indem wir das Evangelium zu jedem einzelnen Menschen auf diesem Planeten hingebracht haben."? Dafür sollten wir doch bekannt sein. Das sollte die Anbetung sein, die wir Gott darbringen wollen.

Und dann wird die Stilfrage doch ziemlich lächerlich. Und man fragt sich, braucht es denn noch mehr Lieder? Sicher, Gott freut sich bestimmt über unsere Lieder. Aber ich denke ganz oft reagiert er dann so: "Vielen Dank für das Lied und dass du dir soviel Mühe gegeben hast mit der Musik. Danke! Aber jetzt gehe bitte hin und kümmere dich um die Armen, gib den Hungrigen zu Essen und den Obdachlosen deinen Mantel. Fang an dein Lied zu leben. Lebe das, was du da singst. Und dann, dann ist es Worship..."

Dieser Post soll nicht mit dem Zeigefinger daherkommen. Das ist etwas, was mich beschäftigt und vielleicht bringt es dich ja auch zum Nachdenken. Ich freu mich auf dein Kommentar...

Mittwoch, 28. November 2007

Mal ganz ehrlich...

Ok, jetzt läuft der Blog hier schon eine kleine Weile und wir fühlen uns hier alle wohl und zu Hause. Nun kann ich also ganz ehrlich werden und persönlich schreiben. Wir sind ja unter uns, ne? Ich halte sowieso nicht soviel davon, wenn von Blogschreibern, Pastoren, Sonntagsschultanten oder Bibelschülern immer erwartet wird (oft selbstverschuldet), dass sie geistliche Superheros sind. Machen wir uns doch nix vor. Wir sitzen alle im gleichen Boot und leben alle das Leben, das nun mal von Berg- und Talfahrten geprägt ist. Weil das so ist, hab ich auch keine Scheu jetzt mal meinen Mund aufzumachen und die Seele sprechen zu lassen.

Aaaalso...

Ich bin schon seit einigen Wochen ziemlich down, weil der Tunnel in dem ich stecke länger ist als gedacht und das oft zitierte Licht am Ende des Tunnels einfach noch nicht sichtbar ist. Und ja, hier drin ist es stockdunkel und mir fehlt ein bissle die Perspektive. Ganz konkret mein ich damit, dass ich es momentan unbeschreiblich vermisse ein musikalisches Projekt zu haben, an dem ich mich austoben darf. Und noch viel konkreterer mein ich damit, dass ich im Juni 2008 fertig bin mit meiner Ausbildung zum Diplomchrist und keinen blassen Schimmer habe, wie es denn weitergehen soll. Wie diese ganze Bloggeschichte hier sicher deutlich macht, habe ich eine Leidenschaft für Musik, für Worship, für Gemeinde, für Gemeindegründung... Und ich hab von Gott in diese Richtung auch Begabungen empfangen dürfen, für die ich ja auch sehr dankbar bin.

Ich dachte immer Begabung und Leidenschaft weisen einen dann schon hin auf die Berufung und so bin ich mir sicher, dass ich in diese Richtung auch berufen bin. Aber nur wie? The Lord only knows! "Also, Gott, falls du das hier liest... ich bin schrecklich ungeduldig wie du weißt..." Ok, das weiß er. Und ich nehm's ihm nicht übel, aber er ist da sicher ein bissle enttäuscht von mir, weil ich scheinbar wenig Vertrauen in sein Timing habe. Hm.



Naja, jetzt geschah Folgendes: am Sonntag hat mir ein guter Freund erzählt (der, der mit diesem T-Shirt rumläuft), dass er ab nächstem Jahr der Keyboarder von der Sarah Brendel ist. Und aus einem mir unerklärlichen Grund war ich auf einmal total neidisch. Ich bin richtig über mich selbst erschrocken. Nicht, dass ich es meinem Kumpel nicht gönne - im Gegenteil: Julian, alte Socke! Ich freu mich echt für dich!!!! Aber irgendwie hat das in mir drin ganz viel aufgewühlt. So einen Traum hab ich doch auch. Vielleicht jetzt nicht unbedingt bei der Sarah Brendel, aber halt allgemein Musik und so. Aber ich hab ja viele Träume. Und bei anderen scheint alles zu flutschen - Julian darf bei Sarah spielen, frühere Bibelschülerkollegen von mir haben richtig coole Projekte und Gemeinden usw... - nur bei mir nicht. Anderen gehen die Türen auf und ich stehe vor einer Wand die scheinbar keine Türen hat.

Und so bin ich ins Gebet (seit langem mal wieder) und hab versucht das alles abzugeben und Gott angefleht, dass er mir doch zeigt, was er von mir will. Er weiß ja doch, dass ich ihm zur Verfügung stehe... Und während ich so bete, höre ich aus dem Nachbarzimmer, wo mein iTunes seit einiger Zeit vor sich hinträllert, den folgenden Song:

"I'm giving You my heart and all that is within
I lay it all down for the sake of You my King
I'm giving you my dreams, I'm laying down my rights
I'm giving up my pride for the promise of new life
And I surrender all to You....."

zu Deutsch:

"Ich gebe dir mein Herz und alles was drin ist
Ich lege alles hin um Deinetwillen, mein König
Ich gebe dir meine Träume, ich lege meine Rechte ab
Ich verzichte auf meinen Stolz für das Versprechen auf ein neues Leben.
Und ich lege dir alles hin....."

Mit Tränen in den Augen habe ich dann versucht dieses Lied zu beten - das ist nämlich ganz schön heftig, was man Gott mit diesem Lied alles verspricht. Das zerbrach mal wieder Vieles in mir...

... aber auf einmal wurde mein Herz mit einem Frieden erfüllt. Bin mir ziemlich sicher, dass es genau der Frieden ist von dem es heißt, dass er größer ist, als mein lächerlicher menschlicher Verstand es je begreifen kann. Der Friede Gottes selbst, der mein Herz und meine Gedanken im Glauben an Jesus Christus bewahrt (siehe Phil 4,7).

Freitag, 23. November 2007

Happy Day Clip

Der englische Songwriter Tim Hughes ("Here I am to worship", "Beautiful One"...) hat letztes Jahr einen weiteren Kirchenhit geschrieben: "Happy Day". Ein richtig cooler Song. Wer ihn noch nicht kennt, sollte mal auf Tim's MySpace-Seite reinhören!

Doch damit nicht genug. Der 11jährige Josh und der 9jährige Jonah stellen nun auf YouTube die erste Cover-Version vor:



Was ein Hammer!

Donnerstag, 22. November 2007

Ilona's Zeugnis

Eine sehr bewegende Geschichte hat Ilona zu erzählen. Sie ist aus dem Jesustreff, eine Gemeinde in Stuttgart, in der ich gerade Praktikum mache. Ihr Zeugnis kannst du dir hier anhören.

Hörenswert!

Montag, 12. November 2007

Hingefallen.

Wie manch einer vielleicht weiß, bin ich gerade in Rumänien. Am Samstag war ich in der Stadt Brasov, und da ist mir mal was richtig Dummes passiert. Dumm, peinlich, schmerzhaft, hosenzerreisend... Also, ich wollte so schnell mal die Straße überqueren zwischen Verkehr und Gegenverkehr und renne los und beachte die Bordsteinkannte nicht richtig. Und da haut es mich doch längs auf die Straße, aber zack und drauf auf den Asphalt. Ich bin ja 2 Meter groß, das geht also für mich in solch einer Situation ganz schön tief runter. Und da hat es mich im wahrsten Sinne des Wortes "hingebrezelt". Warum?

Ich hatte es einfach extrem eilig...

...obwohl eigentlich gar keine Eile da war. Und dann lag ich da mitten auf der Strasse, die Autos machen eine Vollbremsung und die Rumänen kommen von allen Seiten und rufen, "Hey! Bine, bine?" (nicht "Hey, honigproduzierendes Insekt?", sondern "Hey, alles gut?"). Dumm und peinlich – aber hallo!

Ha, und jetzt kommt der geistliche Bezug dazu. Ich weiß nicht, ob du das kennst, aber oft habe ich es auch geistlich ziemlich eilig. Ich will schnell vorwärts kommen, schnell die geistlichen Tiefen überwinden, schnell im Glauben weiterkommen, dies und das für das Reich Gottes erledigen und eins nach dem anderen abhaken. Aber das haut nicht hin - oder besser... das haut mich hin!

Jemand Schlaues hat mal gesagt: "You cannot go faster than the one you are following" (zu deutsch: "Du kannst nicht schneller laufen als der, dem du nachfolgst."). Jesusnachfolge... puh, wenn ich mir Jesus anschaue, dann sieht das so aus, als ob er es nie wirklich besonders eilig hatte. Er hatte immer Zeit für die Leute um sich rum; sei es Zachäus, der Zöllner im Baum, oder Maria, die sich vor dem Haushalt drückte.

Jesus hatte es nicht eilig.

Als das Jüngerboot in den Sturm gerät, liegt Jesus unter Deck und schnarcht, während seine Freunde um's Überleben kämpfen.
Als Lazarus krank wurde, machte er sich nicht sofort auf um ihn zu heilen, sondern wartete ein paar Tage bis er tot war und stinkt.
Und er selbst hat mit seiner Auferstehung auch 3 Tage gewartet...

Jesus hatte es nicht eilig.

Und im alten Testament, lesen wir von Abraham, der erst im hohen Alter Papa geworden ist.
Das Volk Israel ist auch nicht direkt von Ägypten nach Israel gewandert, was wohl nur wenige Wochen gedauert hätte. Nein, sie folgten einem Gott nach, der sie erst mal 40 Jahre durch die Wüste führt. Kreuz und quer.
Später wird David zum König gesalbt und geht gleich nach der Salbung zurück in die Einsamkeit um auf die Schafe aufzupassen.

Gott hatte es nicht eilig.

Was will ich mit all dem sagen? Ich glaube, Christsein heißt nicht, Jesus vorauszurennen, sondern ihm nachzufolgen. Und er nimmt sich meistens Zeit. Christsein heißt also auch nicht, christliche Aufgaben zu erfüllen, sondern in seiner Gegenwart zu sein, "bei ihm Wohnung nehmen" (wie manch alter Liedschreiber es formulieren würde). Das sollte das Volk Israel lernen, das sollte Maria lernen und das darf ich auch immer wieder lernen.

PS: Und wer Probleme hat, Schritt zu halten, der hat dann vielleicht Probleme im Schritt:

Meine Hose hat's zerrissen, so was Blödes!

Dienstag, 6. November 2007

Ich kann nicht anders.

Wir Christen sind ja eigentlich anders. Anders, weil wir ja nicht mehr so sind, wie wir mal waren, damals als wir noch "im Fleische" wandelten. Jetzt haben wir ja Jesus, der uns und unser Leben verändert...

IM ERNST???

George Barna hat eine Studie durchgezogen, die echt mal erschreckend ist. Er vergleicht, in wie weit sich ein Christ von einem Nichtchristen unterscheidet. Das ist eine sehr breitgefächerte Studie, hier aber ein paar Auszüge.

1. Dienen
Wer dient mehr, der Christ oder der Heide? Wenn du denkst, dass sich ein Christ mehr freiwillig für andere einsetzt als ein Nichtchrist, dann hast du Recht. 27% der Nichtchristen geben ihre Zeit an gemeinnützige Organisationen. Die Christen liegen vorne mit 29%. 2 jämmerliche Prozent, und wir sagen immer, "die Welt" ist so von sich selbst eingenommen, während wir, der Leib Christi, in völliger Hingabe leben... 2 %, kein überzeugender Unterschied, oder?

2. Spenden
Und wie sieht es mit dem Spenden aus? Da sind doch die Christen sicherlich viel großzügiger als die Nichtchristen. Wir haben ja einen reichen Vater, der uns reichlich segnet. Da geben wir doch gerne! Anscheinend nicht! 48% der Nichtchristen gaben an, im vorherigen Monat gespendet zu haben, verglichen mit 47% bei den Christen.
Hast du das? Nichtchristen sind großzügiger als Christen. Und noch schlimmer: Wenn 47% der Christen gespendet haben, heißt das, dass 53% der Christen nicht gespendet haben. HEY! Über die Hälfte der Jesusnachfolger geben ihr Geld nicht in die Mission, in die Gemeinde oder den Armen! Das ist eine Tragödie!

3. Glaube
Hast du gewusst, dass genauso viel Christen wie Nichtchristen ihr Horoskop lesen, nämlich 36% auf beiden Seiten - "Oh, du bist ein Fisch?" "Ja, heute ist ein toller Tag um sich neu zu verlieben oder einen Goldfisch zu kaufen!" Jeder Christ ein Fisch?

4. Ehe
Der hat mich am meisten geschockt... 27% aller wiedergeborenen Erwachsen haben bereits eine Scheidung hinter sich – verglichen zu 23% bei den Nichtchristen. Es scheint, als ob die Menschen, die Gott versprechen, sich nicht scheiden zu lassen, eher ihre Ehe beenden, als die Menschen, die sich "einfach so" im Namen des Friedens oder des wasweissichwas getraut haben.

Die Liste geht noch weiter, aber ich belasse es bei dem.

Wir Christen sind berufen, anders zu sein um einen Unterschied für Jesus in dieser Welt zu machen. Aber wir sind gar nicht so anders. Und wenn wir genauso (oder schlimmer) sind wie die Welt, dann sind wir auch wenig attraktiv. Ich mein, warum sollte sich da noch irgendeiner bekehren?

Da schau ich mir mein Leben an und versuche ehrlich mit mir selbst zu sein. Lebe ich wirklich so anders? Benehme ich mich anders? Bin ich anders als meine nichtchristlichen Nachbarn? Oder die Leute auf der Arbeit? Im Studium? Und wie gehe ich mit meinem Geld um? Ist meine Ehe anders? Meine Freundschaften? Meine moralischen Werte?

Und da stelle ich fest, ich bin nicht anders, ich kann nicht anders. Ich lebe kein reines, heiliges Leben. Ich lebe nicht aus der Kraft des Heiligen Geistes. Ich lebe... ziemlich genauso wie der Rest der Welt.

Und ich falle auf die Knie und bete: "Herr, verändere mich!!"


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Quelle: George Barna, The Second Coming of the Church, S. 6

Donnerstag, 1. November 2007

Fast ein Christ

Die letzten Wochen habe ich das Vorrecht gehabt auf der Bibelschule über die Theologie von John Wesley zu lernen. Heieiei, das war schon ein Hammerkerl. In dem Kurs haben wir dann seine alten Predigten gelesen und ich bin über eine gestolpert über die ich heute noch nachdenken muss: "The Almost Christian", also der Fast-Christ (nicht englisch "fääst", sondern deutsch "fast", "kurz davor", "nicht ganz", "knapp daneben und auch vorbei"...).

Die Predigt von Papa John hat mich echt mitgerissen, weil sie so extrem direkt und konfrontierend ist. So predigt heute keiner mehr. Es geht um den Unterschied zwischen einem Menschen, der von sich sagt, dass er Christ sei und einem Menschen, der wirklich ein Christ ist.

Der "Fast-Christ" ist ein guter, ethischer Mensch mit Werten und Normen. Er gibt den Hungrigen zu essen und er klaut nicht. Er arbeitet hart und tut alles für seine Familie. Er ist religiös und trägt "das Äußere eines Christen" (Wesley). Er lebt ein vorbildliches Leben und kümmert sich um andere Menschen. Und, vor allem, meint er alles, was er tut, sehr sehr ernst. Aber er ist eben nur fast ein Christ.

Die Community Christian Church im amerikanischen Naperville hat mal richtig gute Mac-Werbung-Parodien produziert:



(Hier gefällt mir vor allem der "Im Falle der Entrückung ist dieses Auto unbesetzt"-Aufkleber!)

Was ist jetzt dann der Unterschied zwischen einem Fast-Christ und einem richtigen Christ. Als ich Wesley's Predigt gelesen hab, dachte ich nämlich erst: "Was will er denn? Der Fast-Christ ist doch ein Christ!" Aber Papa John macht da eben einen Unterschied, und dieser liegt darin, dass der "Altogether Christian" (also der echte Christ) eine tiefe Liebe zu Gott und zu seinem Nächsten hat. Diese Liebe ist die Motivation, die ihn treibt - nicht das Pflichtgefühl Gutes tun zu müssen. Außerdem hat der "Altogether Christian" Glauben an Gott und an die Kraft Gottes. Dieser Glaube ist mehr als nur ein Glaube an die Aussagen der Bibel. Dieser Glaube ist "ein tiefes Vertrauen und die Gewissheit von Christus erlöst zu sein."




(A loose fire-wire! Hahaha.)

Das ist so ganz witzig und interessant, aber es fordert mich auch heraus mal in den Spiegel zu schauen. Was für ein Christ bin ich denn? Es geht nicht darum, nur das Äußere eines Christen zu tragen oder gute Absichten zu haben. Und es geht erst Recht nicht darum, was ich alles tue. Mike Pilavachi hat mal gesagt: "Christianity doesn't start with a big DO, but it starts with a big DONE." (in etwa "Christsein beginnt nicht damit etwas zu TUN, sondern es beginnt damit, dass bereits etwas GETAN wurde.")

Jesus. Golgatha. Es ist vollbracht.

Es kommt also nicht auf meine Werke an, sondern auf meine Herzenseinstellung, also vor Gott auf die Knie zu gehen und zu sagen: "Lieber Vater, du bist mein Alles!"

Dienstag, 30. Oktober 2007

Der Himmel auf Erden?

Vor einigen Wochen hatte ich das große, große Vorrecht auf der Eurasia Conference 2007 der Church of the Nazarene den Lobpreis zu leiten. Über 500 Nazarenerpastoren aus ganz Europa und Asien trafen sich in der Türkei zu diesem gigantischen Event. Hab sowas wirklich noch nie erlebt!! Da waren Pastoren aus dem Nahen Osten, die da im Kriegsgebiet ihren Dienst tun - und man sollte meinen, die sind ausgebrannt und entmutigt. IM GEGENTEIL! Das waren die mit Feuer im Herzen, brennende Jesusnachfolger, deren Glauben mich echt herausgefordert hatte. Gegen die - und das ist mir echt peinlich - sind wir "westlichen" Pastoren mit unseren Methoden und Postmodernegelaber echte Schlafnasen (will hier aber niemand auf die Füße dappen).

Was mich wirklich begeisterte waren die Anbetungszeiten. In Jesaja 24,16 steht: "Vom Ende der Erde her hören wir sie singen: 'Gebt Ihm die Ehre, er hat für Recht gesorgt.'" (GN). Wow! Auf dieser Konferenz kamen sie echt vom Ende der Erde und alle haben zusammen für IHN gesungen. Gänsehautfeeling ohne Ende. Das ist schon demütigend, wenn du da auf der Bühne stehen darfst und du siehst die Menschen aus aller Welt, vereint in Christus. Ich nehme mal an so (aber nur noch viel besser!!!) wird's im Himmel mal sein.

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Dave empfiehlt: Jesustreff Podcast

Also, das ist jetzt wirklich eine ganz feine Sache. Der Jesustreff, eine Gemeinde in Stuttgart in der ich gerade ein Praktikum mache, hat nun einen Podcast. Tataa:



Da kann man sich die Predigten der Gottesdienste anhören, runterladen, auf den iPod ziehen etc... Tipp: Die Predigt zum Thema "You Must Increase". :)
Voraussetzung ist, dass du iTunes auf deinem Rechner installiert hast (wenn du das noch nicht hast, dann ist es sowieso an der Zeit...). Und dann einfach auf den Link hier klicken.

Sehenswert ist auch die neugestaltete Website vom Jesustreff. Schau mal vorbei!

Dienstag, 23. Oktober 2007

Christians rock hard

So einfach geht's: Die christliche Rockband. Die Southparkjungs, sonst sicherlich diskussionswürdig, machen es uns vor:



Zentrale Aussage: Christliche Musik ist simpel, ihre Anhängerschaft anspruchslos und auf typische christliche Schlagwörter getrimmt. Da ist wohl traurigerweise was dran... Bitte, bitte keinen Anstoß nehmen! Wie gesagt ist Southpark nicht das Maß aller Dinge und sicher häufig unter der Gürtellinie - keine Frage! Ich finde es nur äußerst interessant, wie die Southpark-Macher die christliche Musikszene beobachten: Oberflächlich, soft und reine Heuchelei.

Eine Stimme in mir sagt mir, dass es an uns liegt ihre Meinung zu ändern...

Dave empfiehlt: Ben Cantelon



Ben Cantelon, Keyboarder von Tim Hughes und Musikpastor in der Soul Survivor Gemeinde in Watford, hat seine erste EP rausgebracht. Und sie rockt! Frische, coole Lieder für die Gemeinde, das Auto und das Wohnzimmer. Extremst empfehlenswert!

Den Download gibt's bei iTunes...

Go Ben!

Montag, 22. Oktober 2007

Was man NICHT machen darf, wenn man NICHT im Schwimmbad ist...



Ein sehr witziger Clip und den könnte man jetzt auch so stehen lassen. Aber ich will mich mal an einen Vergleich heranwagen. Kann es sein, dass wir Christen uns in unserem "Pool", der Gemeinde, anders benehmen als "da draußen in der Welt"? Es scheint mir so, als ob es Christen gibt, die in der Gemeinde kein damit Problem haben, laut zu beten, ihre Hände in die Luft zu heben oder auch mal auf die Knie zu gehen. Aber stell dir vor, du gehst mal in der Fußgängerzone auf die Knie...

Komisch? Ok, ein bisschen schon. Schrauben wir mal zurück.

Warum fällt es uns so schwer in einem Restaurant für das Essen zu beten? Wir starren lieber ganz andächtig auf das warme Essen anstatt die Augen zu schließen - weil das könnte ja komisch sein.
Und warum fällt es uns so schwer unserem Freund von dem zu erzählen, was wir mit Jesus erleben? Wir reden lieber über den Lokführerstreik oder über den Johannes B. Kerner anstatt über den zu reden, der uns doch am Wichtigsten ist - das könnte ja komisch sein.

Komisch? Ok, vielleicht schon. Na und? Dann werden die anderen dich eben für total verrückt halten - so wie im Videoclip. Aber lieber verrückt und auffallen für Jesus, anstatt in der Masse unterzugehen und keiner kriegt mit, dass ich Christ bin.

Oder?



PS: Der Post geht übrigens auch und in erster Linie an mich selber. Ich schaffs ja manchmal nicht mal "im Schwimmbad voll einzutauchen"...

Sonntag, 21. Oktober 2007

Ich lerne gerade...

... dass andere Menschen auch existieren und ich nicht der Einzige auf dem Planeten bin.

... dass Mode nicht Wahrheit ist, sondern dass Jesus die wichtigste Persönlichkeit der Weltgeschichte ist und dass das Evangelium die stärkste Waffe im ganzen Universum ist.

... dass ich keine Leidenschaft für sinnlose, leere Dinge haben sollte, sondern dass ich eine Leidenschaft für Gerechtigkeit, Gnade und Wahrheit entwickeln sollte.

... dass das allerwichtigste wohl ist, Menschen davon zu erzählen, dass Jesus sie mag, und sie sogar liebt.

... dass ich nicht mehr überlegen sein muss, reich sein muss, eine gewisse Position haben muss, aufsteigen muss, Applaus bekommen muss und berühmt sein muss - weil ich Jesus habe!

... dass ich nicht mehr Recht haben muss, der Erste sein muss, Annerkennung brauche, gelobt werden muss, ausgezeichnet werden muss, angesehen werden muss - weil ich Jesus habe!

... was es heißt aus dem Glauben zu leben, mich in Seiner Gegenwart zu neigen, in Geduld weiterzugehen, im Gebet aufgefangen zu sein und in und durch Seine Kraft zu wirken.


Und ich sag's euch... GAR NICHT SO EINFACH! :)

Me Worship

Passend zur Eselgeschichte gibt es jetzt noch den "Me Worship"-Clip.



Kinda says everything, doesn't it?

Samstag, 20. Oktober 2007

Die Geschichte von dem Esel

In letzter Zeit habe ich immer wieder mal eine kleine Geschichte als Predigtillustration erzählt. Das kam meistens gut an und deshalb hier die Geschichte von dem Esel.



Es war einmal ein Esel. Eines Tages kam er ganz besonders aufgeregt nach Hause. „Mama“, sagt der Esel, „du wirst niemals erraten, was mir heute passiert ist. Es war fantastisch! Ich stand am Zaun als zwei Männer zu mir kamen und mich geholt haben. Sie haben mich die Straße runtergeführt und alle sind aus ihren Häusern gekommen und sie haben mir alle zugejubelt und geklatscht, und die haben ihre Mäntel vor mir auf den Weg gelegt und die Reben von den Bäumen geschnitten und auch den Weg gelegt. Mama... ich war berühmt!! Die haben das alle für mich gemacht. Es war so wunderschön!“

„Oh, mein lieber Eseljunge“, sagte da die Mutter, „als die Menschen geklatscht und gejubelt haben, haben sie das nicht für dich getan. Die taten das für den, den du getragen hast.“ (aus Mike Pilavachi's Life beneath the Surface)


Lass mich dir sagen, lieber Pastor, lieber Worshipleader, lieber Jugendleiter: Du bist nur ein Esel! Der, den du trägst, ist wichtig – um den geht’s! Er muss wachsen, du aber musst abnehmen.

Freitag, 19. Oktober 2007

All-You-Can-Eat-Buffet

Wenn du dich schonmal bei einem All-You-Can-Eat-Buffet bedient hast, dann kennst du wahrscheinlich folgendes Szenario: Die Aussichten und Düfte bewirken in dir, dass du dir schon überlegst, was du "beim nächsten Mal nimmst", obwohl dein erster Teller noch gar nicht voll ist. Und dann fängst du an dich durchzuarbeiten und ehe du dich versiehst, ist auch dein erster Teller mit einem architektonisch genial erbauten Haufen der leckersten Speisen versehen. Kurz: Der Teller ist voll, da geht nichts mehr. Die weniger Erfahrenen nehmen sich jetzt einfach einen zweiten Teller und stapeln weiter. Aber der wahre Buffet-Veteran lässt selbstverständlich das Gemüse und die Beilagen weg und baut kleine Reistürmchen, damit der wahre Inhalt - das Fleisch - nicht vom Teller fällt...

Ich glaube, dass ich viel zu oft genauso mit Gottes Wort umgehe. Sei es aus der Bibel, aus Predigten, aus Büchern, aus Konferenzen, Seminaren, Andachten, Newslettern, Blogs... Das ist alles gut und richtig, aber je mehr es sich bei mir anhäuft, umso weniger weiß ich, was ich denn damit tun soll. Außerdem, hab ich nichtmal Zeit wirklich was damit anzufangen. Und so stapel ich mir immer mehr auf meinem "geistlichen Teller".

Und dann steh ich da mit einem überfüllten Teller, aber auch einen unbeschreiblichen Hunger nach MEHR von GOTT. Und dann frag ich ihn, dass er mir noch mehr auf meinen Teller gibt, noch mehr geistliche Nahrung - Weisheit, Offenbarung, Verstehen, Erkenntnis... das übliche eben. Und dann gibt mir Gott auf einmal das, nachdem ich gar nicht gesucht habe:

Die Erlaubnis. Die Erlaubnis zu essen.

So wie es sich dann herausstellt, habe ich mich fast zu Tode gehungert mit einem vollen Teller in der Hand. Und genau deshalb, verändert Gott meine Sichtweise: "Dave, du brauchst jetzt nicht noch mehr Nahrung. Was du brauchst ist Messer und Gabel! Nimm die Nahrung in dich auf!" Und das befreit. Das befreit, weil ich jetzt weiß, dass ich nicht jedes neue geistliche Buch lesen muss, und auch nicht zu jedem christlichen Seminar in meiner Umgebung fahren muss.

Rick Warren schreibt in seinem Buch "Leben mit Vision" (und das ist jetzt nicht wortwörtlich, nur sinngemäß): "Wenn die meisten Christen nicht so viel Bibelstudium machen würden, sondern all ihre Zeit darin investieren würden, das zu LEBEN, was sie schon WISSEN, dann wären wir viel weiter in unserer geistlichen Reife und Effektivität."

Hast du vielleicht auch zuviel auf deinem Teller - too much on your plate? Vielleicht ist es an der Zeit, Gott nach Messer und Gabel zu fragen.

Donnerstag, 18. Oktober 2007

Worshipleader oder Worshipcoach?

Warst du auch schonmal in einem Gottesdienst, wo sich ganz am Anfang von der Lobpreiszeit herausstellte, dass der Mensch, der eigentlich der Worshipleader sein sollte, in echt ein Worshipcoach ist? Weisst du, was ich meine? Er oder sie fängt dann plötzlich an zu erklären, warum wir anbeten, wie wir anbeten und was jetzt jeder machen soll: "Bitte jetzt alle frei fühlen und möglichst Hände hoch und abtanzen!"

Ich überlege mir da, ob das nicht alles komplizierter macht...

Und weisst du, was ich noch "schlimmer" finde. Wenn der Worshipleader/-coach dann anfängt eine Rede zu schwingen: "Ja, den nächsten Song hab ich an den Tag geschrieben an dem mein Hund gestorben ist..."

Machen wir uns noch nichts vor.

Es war John Wimber, der immer gesagt hat, "Worship is better caught than taught", zu deutsch etwa, "Worship kann man eher erfassen als erlernen." Ich glaube, da ist echt was dran. Die Leute kriegen schon selber raus, was sie machen sollen. Und wir brauchen nicht unbedingt 5 Minuten lang die Schafherde anbrüllen, nur damit sie so abgehen wir auf einer Hillsong DVD. Die Schafe laufen hinterher, wenn du vorausläufst. Da denk ich mir, dass es beim Worship leiten nicht so sehr um's dirigieren geht, sondern eher um's vorauslaufen.

Warum fangen wir nicht so an: "Hallo, ich bin der Dave und euer schlimmster Albtraum, ein Christ mit einer Gitarre. Lasst uns zusammen Gott anbeten." Und dann lauf los, die anderen kommen schon mit. Und Gott kümmert sich um den Rest.

Just a thought.

Los geht's!

So, hier also mein erster Post. Bin gespannt, was hier auf der Blogseite so alles laufen wird... Ich weiß das nämlich selber noch gar nicht so genau.

Warum noch ein Block? Nun, ich bin überzeugt davon, dass Bloggen einfach eine tolle Sache ist. Ich will das, was ich von Jesus lernen darf, nicht für mich behalten und hoffe, dass es dem ein oder anderen hilft. Ob da viel Weisheit dabei ist, weiß ich nicht... Ich will in jedem Fall offen sein, selber von anderen zu lernen und hoffe auf viel Feedback und Kommentare...